Die Thieder Kreisel-Kirchtürme


Nach der Fertigstellung des ersten Thieder Kreisverkehrs an der Wolfenbütteler Straße hat der Arbeitskreis Thiede e.V. seit dem Jahr 2002 die Gestaltung des Kreisel-Innenraumes übernommen.

Bereits im Jahr 2003 wurde der Kreisel mit dem sogenannten 1200-Jahr-Stein aufgewertet. Der Stein trägt das Thieder Wappen sowie einige der historischen Ortsnamen mit den zugehörigen Jahreszahlen seit der ersten urkundlichen Erwähnung.

Nun stand ein weiterer Schritt an. Für die Gestaltung von Kreisel-Innenräumen gibt es allerdings besondere Auflagen. So soll durch die Bebauung die direkte Durchsicht für den Autofahrer "gebrochen" werden, um eine Geschwindigkeitsreduzierung zu bewirken.

Nach vielen Ideen - von denen etliche auch wieder verworfen wurden - stand fest, die Kirchtürme der drei Thieder Kirchengemeinden St. Bernward, St. Georg und der Stiftskirche in verkleinertem Maßstab als Blickfang zu gestalten.

Nach weiteren fünf Jahren, sehr viel Arbeit und vielen Gesprächen, u.a. bezüglich der Genehmigungen, konnten am 27. September 2008 die drei von der Künstlerin Ingrid Gissel aus Lichtenberg entworfenen und von Auszubildenden der Salzgitter Service und Technik GmbH (SZST) gefertigten Kirchtürme unseres Ortes enthüllt werden. Stellvertretend für über 40 im Laufe der Zeit mitwirkenden jungen Beschäftigten der SZST nahm eine Abordnung von neun Auszubildenden an der Feierstunde teil.

Gemeinsam mit Pfarrer Jos van Passen (St. Bernward), Pfarrer Klaus Kiekhöfer (St. Georg), der Künstlerin und dem Ausbildungsleiter Lutz Seiring wurden die Modelle der Kirchtürme feierlich enthüllt. Während der Zeremonie sorgte die Thieder Polizei sowohl für die Sicherheit der vielen Besucher als auch für einen reibungslosen Verkehrsfluss im Kreiselbereich.

Der Arbeitskreis dankt an dieser Stelle ganz besonders Frau Gissel für die Umsetzung der Idee, dem Unternehmen SZST für die großzügige Bereitstellung von Material und Arbeitszeit sowie Personal, den Mitarbeitern und Auszubildenden der Salzgitter Service und Technik GmbH für die geleistete Arbeit, dem Architekturbüro Bothe für das Erstellen der Statik, der Firma Stephan Tschirpig, die nicht zum ersten Mal kostenlos ein Fundament für den Arbeitskreis erstellte, dem Fachdienst Tiefbau und Verkehr der Stadt Salzgitter, der die nötige Erlaubnis erteilte und dem Ortsrat Nordost, der sogar zweimal seine Einwilligung gab, da sich das Projekt doch über zwei Wahlperioden hin zog.

Auch dem "Bautrupp" des Arbeitskreises, Bernd Sander, Kurt Reinhardt, Heinz Chodek und Dieter Habeck gebührt Dank. Diese inzwischen eingeschworene Gruppe ist immer dann zur Stelle, wenn andere beschließen, dass "mal wieder etwas gemacht werden müsste". Sie buddelten, bauten Verschalungen, gossen Betonfundamente und ganz zum Schluss nahmen sie auch noch die verschmutzten Plastikplanen ab und wickelten die Türme statt dessen in Papier, damit die Enthüllung dem Anlass angemessen stilvoller von statten ging.

Beim anschließenden Empfang in der Residenz am Lindenberg stellte Bernd Sander als Vorsitzender das Projekt und den Arbeitskreis Thiede noch einmal vor. Ingrid Gissel freute sich, dass "ihre" Kirchtürme nun endlich ihren Platz gefunden haben. Herbert Wittek als Personaldirektor der SZST hob die Leistungen der Lehrwerkstatt hervor, denn die Auszubildenden haben wahrlich nicht für die Schrottkiste produziert, sondern einen bleibenden und sichtbaren Beitrag zum Zusammenhang von Ortschaft und Stahlkonzern geliefert. Ortsbürgermeister Wilhelm Schmidt sowie die Pfarrer Kiekhöfer und van Passen lobten den Arbeitseinsatz aller Beteiligten sowie die erfreuliche Zusammenarbeit zwischen Künstlerin, Lehrwerkstatt und Arbeitskreis.

Ebenfalls erfreulich ist auch, dass der Stadt Salzgitter und somit dem Steuerzahler durch diese Kunstwerke keinerlei Kosten entstanden sind, denn alle am Projekt Beteiligten arbeiteten unentgeltlich. Der Arbeitskreis Thiede sorgte für die notwendigen Genehmigungen und Fundamente, damit die "Hochzeit" zwischen dem 1200-Jahr-Stein und den drei Kirchtürmen im Kreisel endlich stattfinden konnte. Im Anschluss an die launigen Reden feierten alle Festteilnehmer bei einer leckeren Hochzeitssuppe.

Der Arbeitskreis Thiede freut sich ganz besonders, dass sein Einsatz für unseren Ort durch sechs spontane Neuzugänge in den Verein gewürdigt wurde. Wie kurz vor Redaktionsschluss bekannt wurde, werden im Kreisel-Innenraum noch ein paar hübsche Büsche das Erscheinungsbild abrunden.

Christiane Sander, Gerhard Wulfhorst